Bernhard Kuppek

Gedanken über das, was uns verbindet.

Mich beschäftigt, wie Menschen miteinander verbunden bleiben, mit Unterschieden umgehen und in Veränderungen ihren Weg finden. Persönliche Erfahrungen und Begegnungen prägen dabei meinen Blick.

In meinen Büchern, im Podcast und in persönlichen Texten und Videos teile ich Gedanken über Begegnung, Vertrauen und Veränderung. Die vier Wege führen dich zu dem, was dich gerade interessiert – zum Lesen, Zuhören, Kennenlernen oder gemeinsamen Weiterdenken.

Bernhard Kuppek steht lächelnd mit weit geöffneten Armen am Almsee vor bewaldeten Bergen und einem wolkigen Himmel.
AlmseeFoto: Lisa M. KuppekBildrechte: Bernhard Kuppek

Vier Wege zum Weiterdenken

Das neue Buch von Bernhard Kuppek

Was zwischen uns
entstehen kann

Begegnung. Vertrauen. Entwicklung.

Gedanken über das, was uns als Mensch verbindet.

„Nicht das, was zwischen uns steht, entscheidet über unsere Zukunft.
Entscheidend ist das, was zwischen uns entstehen kann.“

Almsee · Foto: © Bernhard Kuppek

Was entsteht, wenn Menschen einander wirklich begegnen?

Ein Buch über die Zwischenräume des Lebens

Buchtitel Was zwischen uns entstehen kann von Bernhard Kuppek

Erschienen

Was zwischen uns
entstehen kann

Bernhard Kuppek verbindet persönliche Lebenserfahrungen mit Gedanken über Vertrauen, Veränderung, Beziehungen und gesellschaftliche Systeme.

Ein Buch über Haltung, Menschlichkeit und die Frage, was möglich wird, wenn wir einander wirklich zuhören. Persönlich, reflektiert und lebensnah – ohne einfache Rezepte, aber mit viel Raum für eigene Gedanken.

Taschenbuch · E-Book · Hörbuch„Was zwischen uns entstehen kann“ ist im Buchhandel und bei zahlreichen Online-Buchhändlern erhältlich.Das Taschenbuch kann selbstverständlich auch über den örtlichen Buchhandel bestellt werden. Dafür kann die ISBN des Taschenbuchs angegeben werden.
Bezugsquellen anzeigenTaschenbuch19,99 €ISBN 978-3-695-68122-8Erhältlich im örtlichen Buchhandel sowie bei zahlreichen Online-Buchhändlern, darunter Thalia, Hugendubel, Morawa, Amazon, Lehmanns und Buecher.de.Taschenbuch bei Thalia (Affiliate-Link, neuer Tab)E-Book9,99 €ISBN 978-3-695-68217-1E-Book bei Thalia (Affiliate-Link, neuer Tab)Hörbuch12,99 €ISBN 978-3-695-68123-5Vom Autor selbst eingesprochen.Hörbuch bei Thalia (Affiliate-Link, neuer Tab)Die drei Thalia-Links sind Affiliate-Links. Wenn du darüber kaufst, kann ich eine Provision erhalten.Das Taschenbuch ist auch über den örtlichen Buchhandel bestellbar.
Informationen für Bibliotheken, Veranstalter und Medien

Eine Einladung, Begegnung neu zu denken

Persönlich. Reflektiert. Lebensnah.

Dieses Buch erzählt von Erfahrungen, die den Blick des Autors auf Menschen und das Leben verändert haben: von Krankheit und Neubeginn, von Verantwortung und innerer Freiheit, von Konflikten und Versöhnung, von der Kraft der Sprache – und davon, warum hinter einer Meinung oft ein Bedürfnis steht.

Ein Buch für Menschen, die …
  • sich für echte Begegnung und menschliche Verbindung interessieren,
  • Veränderung nicht nur fordern, sondern mitgestalten wollen,
  • in ihrem Leben nach Sinn, Orientierung und Hoffnung suchen.

Ein Blick ins Buch

„Manche Bücher beginnen mit einer Idee. Dieses Buch beginnt mit einer Begegnung.“

Vier Seiten aus dem Vorwort – über Gespräche, offene Fragen und die Freude am gemeinsamen Denken.

Leseprobe

Was zwischen uns entstehen kann

Seite 1 von 4
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Vorläufiger Coverentwurf Was zwischen uns möglich bleibt: Alm mit herbstlichen Bäumen und klarem Wasser.

Das nächste Buch · geplant für 2027

Ein neuer Denkraum entsteht.

Was zwischen uns möglich bleibt fragt, wie Menschen auch unter Unterschieden, Brüchen und Veränderungen verbunden und handlungsfähig bleiben können. Das Buch ist in Arbeit – geplant für 2027.

Das nächste Buch entdecken
Cover des Podcasts „Was danach entsteht“ von Bernhard Kuppek

Ein offener, fortlaufender Denkweg

Der hörbare Denkraum

Was danach
entsteht

Ein Podcast über das Dazwischen

Das Buch ist fertig. Der Denkweg nicht.

In diesem Podcast denke ich weiter – offen, persönlich und ohne den Anspruch, bereits fertige Antworten zu haben. Es geht um Begegnung und unterschiedliche Wirklichkeiten, um Konflikte, Vertrauen und Veränderung. Und immer wieder um die Frage, was zwischen Menschen entstehen kann.

Der Podcast ist ein eigener Denkraum und keine Wiederholung des Hörbuchs. Alle veröffentlichten Folgen findest du auf der Podcastseite.

Sechs Folgen sind bereits veröffentlichtMonatlich entsteht am ersten Sonntag ein neuer Gedanke.
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Alle Folgen & Hörmöglichkeiten

Neu im Denkraum

06

Sprache braucht Haltung

Warum dieselben Worte völlig unterschiedlich wirken können

Ein neuer Gedanke am ersten Sonntag im Monat.

Vorschaubild zur YouTube-Playlist „Gedanken, Einblicke & besondere Beiträge“ von Bernhard Kuppek

YouTube-Playlist

Gedanken, Einblicke & besondere Beiträge

Das bin ich | Gedanken 11

YouTube-Gedankenfolge 11 · eigenständiger Kurzbeitrag

Eine persönliche Reflexion darüber, sich in den eigenen Gedanken und im eigenen Handeln wiederzuerkennen. Bernhard spricht über das Ankommen in seiner heutigen Rolle und darüber, wie auch Krankheit, Hilfe und das Vertrauen in andere Menschen seine Haltung mitprägen. Diese Erfahrungen geben ihm einen persönlichen Rahmen und Halt.

Zum ausgewählten Video: Das bin ich

Zuhören | Gedanken 10 · bisherige Gedankenfolge

Neben den monatlichen Podcastfolgen teile ich auf YouTube persönliche Beobachtungen, Zwischenstände und Einblicke in die Entwicklung meiner Projekte. Keine fertigen Antworten, sondern Gedanken aus dem Weg heraus – über das, was gerade entsteht und noch entstehen darf.

Playlist auf YouTube ansehen
Bernhard Kuppek mit gelber Clownnase im Grünen
Foto: Bernhard Kuppek · Bildrechte: Bernhard Kuppek · bearbeitete Fassung

Mit einem Augenzwinkern

Manchmal erkenne ich meine eigenen Widersprüche am besten, wenn ich ein wenig über mich selbst schmunzeln kann. In kurzen Videos geht es um Zuhören, Verantwortung, Veränderung und das, was im Miteinander nicht immer ganz so einfach ist.

Mit Nase, einem liebevollen Blick auf den eigenen Anspruch und Platz für ein Augenzwinkern.

Mit einem Augenzwinkern entdecken

Der schriftliche Denkraum · Substack

Gedanken aus dem Dazwischen

Manche Gedanken brauchen Zeit und einen Platz zum Weiterlesen. In meinen Artikeln teile ich persönliche Erfahrungen und Fragen, die mich begleiten – beim Schreiben, im Alltag und dort, wo Menschen einander begegnen. Gedanken aus dem Dazwischen ist mein schriftlicher Denkraum neben Buch, Podcast und den eigenständigen YouTube-Beiträgen.

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Weitere Gedanken auf Medium

Gedanken aus dem Dazwischen · Heft 1 · 15 A5-Seiten

Coverfoto: Bernhard Kuppek (Selfie)

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Gedanken aus dem Dazwischen – Heft 1

Verbunden sein und den eigenen Weg gehen
Bernhard Kuppek

Vollständiger Hefttext in einer fortlaufenden Lesefassung. Die PDF und die gestaltete Seitenansicht bleiben zusätzlich verfügbar.

Auf dem Titelcover ist ein Schwarz-Weiß-Porträt von Bernhard Kuppek mit Brille und einer Hand auf dem Kopf zu sehen. Der Titel lautet „Gedanken aus dem Dazwischen“, der Untertitel „Verbunden sein und den eigenen Weg gehen“. Coverfoto: Bernhard Kuppek (Selfie).

Zum Anfang

Manche Begegnungen bleiben lange in Erinnerung. Eine Bemerkung, die uns überrascht hat. Ein Mensch, mit dem wir über Jahre täglich gesprochen haben. Eine Nachricht, die zeigt, dass ein Gedanke im Leben eines anderen angekommen ist.

Mich beschäftigt seit vielen Jahren, was zwischen Menschen geschieht. Im ersten Buch hat dieses Dazwischen einen Platz bekommen. Im Schreiben und in Gesprächen merke ich, wie viel darin offenbleibt. Eine Erfahrung kann abgeschlossen sein und uns später eine neue Frage stellen.

Diese Gedanken beginnen bei meinem Leben. Sie erzählen von Zugehörigkeit und Erwartungen, von Unterstützung und Grenzen, von Vertrautheit, die sich verändert. Ich kann dabei nur beschreiben, was ich erlebt habe und wie ich heute darauf schaue. Andere Beteiligte könnten dieselbe Geschichte anders erzählen.

Die Frage, die mich durch diese Seiten begleitet, lautet: Wie kann ich mit anderen verbunden sein, dabei ich selbst bleiben und etwas bewirken? Ich habe darauf keine fertige Antwort. Aber ich habe Erfahrungen, an denen ich weiterdenken kann.

Was zwischen uns beginnt

Ich war mit meiner Mutter bei einer politischen Veranstaltung. Nach meiner Erinnerung hatte ich damals noch keine Funktion. Wir waren als Besucher dort.

Zwei Verantwortliche kamen auf mich zu. Eine Veranstaltung musste organisiert werden, und sie wollten mir diese Aufgabe übertragen. Ich fühlte mich geehrt. Da wurde mir etwas zugetraut. Ich wollte die Aufgabe gerne übernehmen.

Heute sehe ich zugleich, dass jemand gebraucht wurde, der die Organisation erledigte. Das nimmt meiner damaligen Freude nichts. Beides kann nebeneinander bestehen: der Bedarf an Unterstützung und das Gefühl, mit den eigenen Möglichkeiten gesehen zu werden.

Wir sollten uns anschließend in einem Lokal treffen. Zuerst brachte ich meine Mutter nach Hause. Deshalb kam ich später als die anderen. Als sie fragten, wo ich geblieben sei, erklärte ich es.

Den genauen Wortlaut der Antwort weiß ich nach so vielen Jahren nicht mehr. Bei mir kam sie sinngemäß so an: Man hoffe, dass ich künftig nicht wieder meine Mutter heimführen müsse und deshalb zu spät komme. Besonders die forsche, direkte Art überraschte mich. Ich war perplex und erwiderte, soweit ich mich erinnere, nichts.

Die Szene tauchte später wieder auf, wenn ich mit den beiden zu tun hatte. Zugleich folgten viele Jahre einer intensiven und wertschätzenden Zusammenarbeit. Würde ich nur die Bemerkung erzählen, wäre das kein vollständiges Bild unserer Verbindung.

Heute frage ich mich, was schon bei einer ersten Einladung mitgeteilt wird. Mit einer Aufgabe kommen Vorstellungen darüber, welchen Platz jemand einnehmen und wie verfügbar er sein soll. Vielleicht werden diese Erwartungen ausgesprochen. Vielleicht entstehen sie beiläufig, ohne dass jemand ihre Wirkung beabsichtigt.

Was die beiden damals gemeint haben, kann ich nicht sicher sagen. Ich weiß, wie es bei mir angekommen ist: Die Freude über das Dabeisein und eine Irritation hatten im selben Anfang Platz.

Auch mein Weg zum Schreiben begann mit Rückmeldungen anderer. Den Wunsch nach einem Buch hatte ich schon lange. Gedanken teilte ich auf unterschiedlichen Plattformen. Menschen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis ermutigten mich immer wieder, sie zusammenzufassen. Daraus wurde der Antrieb, mich meinen Themen wirklich zu widmen und ihnen eine Form zu geben.

Was wird mir zugetraut, und welche Erwartungen betreten mit mir diesen neuen Raum?

Welchen Platz ich einnehme

Später war ich in einer kommunalen Funktion tätig und arbeitete zugleich in einem politischen Büro auf Landesebene. Bei manchen Themen trafen unterschiedliche Zugänge aufeinander. Ich beschreibe sie heute mit drei Buchstaben: Mein persönlicher Zugang war A. Die kommunale Gruppe vertrat B. Auf Landesebene war C die gewünschte Richtung.

Meine Aufgabe konnte darin bestehen, die Menschen mit Zugang B von C zu überzeugen, obwohl ich selbst A bevorzugt hätte. Für mich beschreibt das die Enge, die ich damals erlebte.

Die Frage, ob ich meinen eigenen Zugang offen aussprechen könnte, stellte sich mir kaum. Ich war stark in die Hierarchie eingebettet. Die vorgegebene Position war zu vertreten. Meine eigene Sicht wurde dabei nicht zum Thema. Rückblickend sehe ich auch meinen Anteil: Ich hatte diese Erwartung angenommen und mich entsprechend verhalten.

Was geschieht mit der eigenen Haltung, wenn sie im täglichen Handeln immer weniger vorkommen darf? Und wie viel davon ist eine äußere Vorgabe, wie viel eine Verpflichtung, die man sich selbst auferlegt? Ich kann das für damals nicht sauber trennen.

Was mich als junger Mensch an einer solchen Gemeinschaft interessiert hat, kann ich heute nicht genau benennen. Ich war in der Schule engagiert und in meinem näheren Umfeld mit dem politischen Interesse weitgehend allein. Vielleicht suchte ich Anerkennung, vielleicht einen gemeinsamen Raum, vielleicht machte mich das Ungewisse neugierig. Diese Möglichkeiten bleiben offen.

Später waren Menschen um mich herum in unterschiedlichen Gemeinschaften und Organisationen verbunden. Ich gehörte diesen Kreisen nicht an. Heute fehlt mir das nicht. Ob eine solche Mitgliedschaft meinen Blick erweitert oder meine Unabhängigkeit berührt hätte, weiß ich aus eigener Erfahrung nicht. Ich kann nur sagen, dass mir meine Handlungsmöglichkeiten wichtig geworden sind.

Inzwischen erlebe ich meinen Platz anders. In einer großen Besprechung gibt es Themen, zu denen ich etwas beitragen kann, und andere, die mich weniger betreffen. Wenn mir etwas wichtig ist, spreche ich es klar und wertschätzend an. Die frühere Sorge, wie ich damit vor der Gruppe dastehe, erlebe ich dabei heute nicht mehr.

Die Entscheidung kann anschließend anders ausfallen. Früher habe ich das öfter persönlich genommen. Heute kann ich auch damit zufrieden sein, meine Sicht ausgesprochen zu haben. Mein Beitrag muss nicht die gesamte Entscheidung bestimmen, um einen Platz zu haben.

Auch meinen Vorgesetzten kann ich heute offen sagen, dass ich sie schätze. Gleichzeitig spreche ich meine Anliegen an. Ich erlebe darin positive Resonanz. Wertschätzung und eine unterschiedliche Sicht dürfen in derselben Begegnung vorkommen.

Das gelingt mir heute besser als früher. Daraus möchte ich kein Urteil über alle hierarchischen Strukturen ableiten. Mich interessiert, welche Gemeinschaft uns erlaubt, uns einzubringen, ohne unsere eigene Sicht dafür aufgeben zu müssen.

Was mich bei mir hält

Ich erinnere mich auch an eine beruflich belastende Zeit. Die Anspannung war schon am Sonntagmorgen da. Ein großer Teil des Wochenendes lag noch vor mir, und gedanklich war ich bereits beim nächsten Arbeitstag. Die berufliche Belastung blieb längst nicht mehr auf die Stunden am Arbeitsplatz begrenzt.

Es gab keinen einzelnen Augenblick, an dem mir alles klar wurde. Ich erledigte weiterhin meine Aufgaben und übernahm Verantwortung. Dass ich noch funktionierte, verstand ich lange als Zeichen dafür, dass ich mit der Situation umgehen konnte.

Heute schaue ich anders darauf. Ich konnte meine Aufgaben erfüllen und dabei trotzdem immer weniger Raum für Erholung und mein eigenes Leben haben. Eine kurze Pause half bei einzelnen Reaktionen. Sie veränderte auf Dauer aber nicht die Bedingungen, die mich belasteten.

Auch bei meinen heutigen Projekten kenne ich meinen Antrieb. Er bringt mich ins Schreiben, macht mich neugierig und hilft mir, mich durch neue technische Aufgaben zu arbeiten. Zugleich kann ich mir damit selbst Druck machen. Das merke ich, wenn meine Handlungsmöglichkeiten enger werden, meine Gesundheit sich meldet oder ich bei einem Schritt nicht weiterkomme.

Manchmal reicht dafür eine offene technische Frage. Ich warte auf eine Antwort des Supports und möchte am liebsten schon den nächsten Schritt erledigen. Ein Teil der Sache liegt gerade bei anderen. Meine Aufmerksamkeit kann trotzdem daran hängen bleiben.

Dann hilft mir Abstand, auch wenn er nicht immer leicht gelingt. Ich versuche, mich einem anderen Thema zuzuwenden. Sobald ich dort gedanklich angekommen bin und ihm meine ganze Aufmerksamkeit gebe, entsteht wieder Raum. Gelegentlich hilft ein tatsächlicher Ortswechsel. Er muss gar nicht groß sein.

Die heutige Ungeduld und die frühere berufliche Überlastung sind unterschiedliche Erfahrungen. Beide führen mich aber zur Frage, wie viel Platz eine Aufgabe in meinem Leben einnimmt und was ich selbst noch entscheiden kann.

Beim Schreiben zeigt sich diese Freiheit auch in meiner Sprache. Isabella liest meine Texte, und KI unterstützt mich beim Strukturieren und Überarbeiten. Ich prüfe dabei immer wieder, ob ich mich im Text erkenne. Meine Sprache darf sich entwickeln. Wenn Wörter oder Formulierungen zu weit von mir entfernt sind, wird der Text für mich unstimmig.

Persönliche Geschichten verlangen noch eine andere Grenze. Ich kann über mein eigenes Erleben offen schreiben. Wo andere beteiligt sind, muss ich sorgfältiger auswählen. Manche Geschichten haben wir in der redaktionellen Arbeit wieder herausgenommen. Der Gedanke soll aus einer wirklichen Erfahrung kommen; zugleich muss nicht jede Einzelheit öffentlich werden.

Was mich bei mir hält, ist deshalb auch der Raum, selbst zu prüfen und zu entscheiden. Meine Projekte machen mir Freude. Sie dürfen in einem Rhythmus wachsen, den ich tragen kann. Wenn ich mir die nötige Zeit verweigere, entferne ich mich von dem, was sie für mich wertvoll macht.

Was wir gemeinsam ermöglichen

Beim Buchsatz kam ich an eine Grenze. Ich konnte mit Word arbeiten, aber ein umfangreiches Buchdokument stellte andere Anforderungen. Eine Korrektur verschob Seiten, beim Export tauchten neue Umbrüche auf. Ich sah, dass etwas nicht passte, und kannte die Ursache nicht.

Meine Tochter Lisa half mir immer wieder. Isabella begleitete die sprachliche und inhaltliche Arbeit. Jana Martin zeigte mir einen praktikablen Weg in den Vertrieb. KI unterstützte mich bei technischen Schritten, die ich vorher nicht kannte. Gemeinsam halfen sie mir, weiterzukommen.

Unterstützung anzunehmen wurde zu einem wesentlichen Teil dieses Weges. Ich musste nicht jede Schwierigkeit allein lösen. Ich konnte neugierig bleiben und zugleich anerkennen, dass jemand anderes an einer bestimmten Stelle mehr wusste als ich.

Als ich die ersten gedruckten Exemplare in den Händen hatte, war meine Freude groß. Eine kleine technische Markierung am Buchrücken übersah ich dabei. Die Angabe zur Rückenbreite von 7,5 Millimetern samt Pfeilen war noch sichtbar. Erst bei der späteren abschließenden Covergestaltung fiel sie mir auf.

Es war eine sehr kleine Markierung und für mich nicht tragisch. Trotzdem passt sie zu einer Frage, die mich im Buch beschäftigt: Wie viel Perfektion brauchen wir, damit etwas wirken kann? Ich möchte sorgfältig arbeiten. Und ich kann mich über ein entstandenes Werk freuen, obwohl mir darin etwas entgangen ist.

Noch deutlicher wird Wirkung für mich in einer persönlichen Rückmeldung. Eine Leserin schrieb mir, dass mein Buch etwas in ihrem persönlichen Leben angestoßen habe.

Die Einzelheiten dieser Nachricht gehören zu ihrem privaten Raum. Wie groß der Beitrag meines Buches war, kann ich nicht bestimmen. Ich kann aber ihre Rückmeldung annehmen. Meine Freude darüber lässt sich mit wenigen Worten beschreiben: Freude über Wirksamkeit.

Ich möchte weitergehen. Besonders wertvoll ist für mich, wenn ein Mensch einen Gedanken aufgreift, etwas Eigenes einbringt und daraus Austausch entsteht. Eine Zahl kann mir zeigen, dass ein Text geöffnet wurde. In einem Gespräch oder einer Nachricht erfahre ich genauer, was davon beim anderen angekommen ist.

Die Frage nach Wirkung beschäftigt mich auch über meine Projekte hinaus. Vieles, was ich erlebt habe, war mit dem Anspruch verbunden, mehr zu erreichen, schneller voranzukommen oder etwas Größeres zu schaffen. Heute frage ich häufiger: Wo können wir etwas bewirken, und woran erkennen wir, dass dadurch etwas besser wird?

Für mich beginnt eine mögliche Antwort bei Begegnung. Daraus kann Vertrauen wachsen. Vertrauen kann Entwicklung ermöglichen, und in unserem Handeln wird Haltung sichtbar. Ich kann zu etwas beitragen, ohne den ganzen weiteren Verlauf zu bestimmen.

Meine Gedanken werden von anderen auf ihre Weise gelesen. Was daraus entsteht, bleibt auch ihre Entscheidung. Ein Gedanke kann etwas anstoßen, das ich selbst nicht mehr begleiten muss.

Was sich verändern darf

Als wir unsere politischen Rollen nicht mehr hatten, wurden wir uns fremd. Zwischen den beiden Verantwortlichen, die mir damals die Organisationsaufgabe zugetraut hatten, und mir war nichts Konkretes vorgefallen. Bei späteren Treffen fehlte trotzdem etwas, das früher selbstverständlich gewesen war.

Ich empfand ein gewisses Fremdeln. Das tragende Gespräch unserer gemeinsamen Zeit war verloren gegangen. Wir kannten einander, und doch war es schwer, dort anzuschließen, wo wir früher gewesen waren.

Eine ähnliche Erfahrung machte ich mit einem langjährigen Parteigefährten. Über Jahre hatten wir täglich intensiven Austausch. Als die Rollen wegfielen, fiel so viel gemeinsamer Gesprächsstoff weg, dass wir keinen Faden mehr fanden.

Schon bei einem früheren Funktionswechsel verstummten manche Kontakte. Mir wurde deutlich, wie wesentlich unsere Verbindung durch die bisherige Aufgabe getragen worden war. Das macht unser gutes Verhältnis für mich nicht nachträglich unecht.

Vielleicht hätte ich gerne einfach dort weitergemacht, wo wir früher gewesen waren. Es war ja nichts vorgefallen. Heute denke ich: Auch das Dazwischen lässt sich nicht festhalten. Ich kann für eine Begegnung dankbar sein und die Vertrautheit annehmen, die noch da ist. Was nicht festgehalten werden will, muss ich nicht in seine frühere Form zurückbringen.

Nach meinem politischen Rückzug stand zunächst meine Gesundheit im Vordergrund. Später kam die Frage dazu, wie ich den entstandenen Raum neu gestalten wollte. Gemeinsam mit Isabella war für mich klar, dass ich etwas außerhalb des bisherigen politischen Rahmens suchen wollte.

Ich erinnere mich an ein Wochenende im Waldviertel. Isabella besuchte ein Trommelwochenende. Ich hatte Programme von Erwachsenenbildungseinrichtungen ausgedruckt und wollte mir eine Ausbildung aussuchen. Sinngemäß sagte ich zu ihr: Du wirst trommeln, ich werde eine Ausbildung auswählen, und am Sonntag sollen wir beide mit etwas nach Hause fahren, das uns gutgetan hat.

An diesem Wochenende entschied ich mich für die Ausbildung zum Resilienztrainer. Während der Ausbildung entstand bereits die nächste Frage: Was mache ich, wenn sie abgeschlossen ist? Ich suchte nach Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement. Nicht alles passte. Mit der späteren Ausbildung und Arbeit in der Krisenintervention fand ich zunehmend einen Raum, der meiner Haltung und meinen Möglichkeiten entsprach.

Nicht jeder Verlust musste geschehen, damit später etwas Gutes entstehen konnte. Manche persönlichen Begegnungen vermisse ich bis heute. Gesundheitliche Grenzen bleiben Teil meines Lebens. Die neuen Wege machen die früheren Erfahrungen nicht ungeschehen.

Mein Leben darf weitergehen und sich anders ordnen. Auch das Schreiben gehört inzwischen dazu. Das erste Buch kann abgeschlossen bleiben. Neue Gedanken finden in anderen Formen ihren Platz.

Eine Frage bleibt

Beim Nachdenken über diese Erfahrungen merke ich, wie oft es um den eigenen Platz geht. Und darum, dass mein Leben größer bleiben darf als die Rolle, die ich gerade ausübe.

Ich möchte meine Erfahrungen einbringen, Unterstützung annehmen und Menschen begegnen, ohne bereits zu wissen, was daraus entstehen wird. Ich möchte mich freuen, wenn ein Gedanke wirkt. Dabei brauche ich Raum und Zeit, damit ich mich selbst auf diesem Weg nicht verliere.

Wie ich verbunden bleiben, ich selbst sein und etwas bewirken kann, bleibt offen. Die Frage begleitet mich in Gesprächen, beim Schreiben und dort, wo ich meine Grenzen wahrnehme.

Vielleicht begegnet dir auf diesen Seiten etwas aus deinem Leben. Eine Verbindung, die sich verändert hat. Eine Aufgabe, in der du deinen Platz neu finden möchtest. Oder ein Gedanke, den du gerne mit jemandem teilen würdest.

Was könnte daraus in deinem eigenen möglichen Tun entstehen?

A5-Leseheft · Porträt aus der bestehenden Homepage · Bildrechte: Bernhard Kuppek

Zum Anfang der Textfassung

Gedanken aus dem Dazwischen · Heft 1

Verbunden sein und den eigenen Weg gehen

Gedanken aus dem Dazwischen Heft 1 Verbunden sein und den eigenen Weg gehen Bernhard Kuppek
Seite 1 von 15

Gedanken aus dem Dazwischen · Folge 2 · 13 A5-Seiten

Coverfoto: Bernhard Kuppek (Selfie)

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Gedanken aus dem Dazwischen – Folge 2

Was trägt, wenn es schwierig wird
Bernhard Kuppek

Vollständiger Hefttext in einer fortlaufenden Lesefassung. Die PDF und die gestaltete Seitenansicht bleiben zusätzlich verfügbar.

Auf dem Titelcover ist ein Schwarz-Weiß-Porträt von Bernhard Kuppek mit Brille und einer Hand auf dem Kopf zu sehen. Der Titel lautet „Gedanken aus dem Dazwischen“, der Untertitel „Was trägt, wenn es schwierig wird“. Coverfoto: Bernhard Kuppek (Selfie).

Jeder hat sein Packl

Dieser Satz ist mir in den vergangenen Tagen wieder eingefallen: Jeder hat sein Packl zu tragen. In einer Ausbildung und auch in der Arbeit sind mir Menschen mit großen persönlichen Herausforderungen begegnet. Manche dieser Belastungen beschäftigen sie schon lange. Manche gehen mit psychischen Schwierigkeiten einher.

Ich weiß nicht, ob ich gerade aufmerksamer dafür bin oder ob es mir derzeit häufiger begegnet. Berührt hat mich besonders, wie unterschiedlich Menschen damit umgehen. Da sind starke Emotionen. Da ist aber auch ein sachlicher, pragmatischer Zugang. Menschen erzählen von etwas Schwerem und finden sehr verschiedene Worte dafür.

Von außen bekomme ich einen Ausschnitt mit. Was jemand zeigt und was er mit sich trägt, kann ich aus einem Gespräch nicht vollständig erfassen. Der Satz vom eigenen Packl lässt deshalb für mich vieles offen. Wie schwer ist es für diesen Menschen? Mit wem kann er darüber sprechen? Und wer ist da, wenn die eigenen Möglichkeiten nicht mehr ausreichen?

Bei dieser letzten Frage komme ich auf meine eigene Geschichte zurück. Ich kenne Situationen, in denen ich auf andere angewiesen war. Ich kenne auch das zunächst unangenehme Gefühl, Hilfe zu brauchen. Und die Zufriedenheit, sie annehmen zu können.

Darüber möchte ich nachdenken. Über das Angewiesensein und über Verbindungen, die auf unterschiedliche Weise tragen.

Wenn ich es nicht selbst kann

Ich erinnere mich an eine Situation auf der Intensivstation. Ich wollte mich waschen. Ganz normale Körperpflege, etwas Selbstverständliches, nach dem ich mich in diesem Moment sehr sehnte. Allein konnte ich es nicht.

Ein Pfleger kam herein und kündigte an, dass wir das jetzt machen würden. An den genauen Wortlaut möchte ich mich nicht festlegen. Die Situation ist mir geblieben: Ich war auf seine Hilfe angewiesen, und das war mir zunächst unangenehm.

Wenn ich heute darüber spreche, könnte ich leicht eine Geschichte daraus machen, in der ich mich bewusst entscheide, Vertrauen fasse und Hilfe zulasse. So klar war es damals für mich nicht. Ich hatte wenig Alternativen. Und ich hatte wenig Zeit, darüber nachzudenken.

Ich war gewohnt, Dinge selbst zu lösen. Hier reichte dieser vertraute Zugang nicht aus. Etwas, das ich gerne selbst getan hätte, ging gerade nur mit Unterstützung eines anderen Menschen.

Auf die Frage, wie ich mich nach dem Annehmen der Hilfe gefühlt habe, kam mir Zufriedenheit in den Sinn. Auch das gehört zu meiner Erinnerung. Dass es anfangs unangenehm war, nimmt diesem Gefühl nichts.

Ich habe dabei eine Verbindung zu etwas gefunden, das im Alltag viel kleiner erscheint: Dank oder Lob annehmen. Auch da kenne ich diese schnelle Antwort, mit der man das Gesagte gleich wieder kleiner macht. Nein, nein, das passt schon. So besonders war es nicht.

Die Situationen sind sehr verschieden. Vom Gefühl her gibt es für mich dennoch etwas Gemeinsames. Ich kann etwas annehmen, ohne es sofort abzuwehren. Ein Danke darf bei mir ankommen. Ein Lob ebenso. Und Hilfe darf mir guttun.

Vielleicht ist die Zufriedenheit auch darin zu finden, dass ich mich auf das einlassen kann, was mir gerade möglich ist. Für die Situation auf der Intensivstation bleibt aber wichtig: Ich hatte keine große Auswahl. Was ich daraus heute mitnehme, ist erst im späteren Nachdenken deutlicher geworden.

Ein kleines Netz

Wenn ich darüber nachdenke, wer mich in schwierigen Situationen getragen hat, stehen meine Frau und meine Kinder an erster Stelle. Bei ihnen habe ich diese Verlässlichkeit besonders deutlich gespürt.

Ich meine damit die Situationen, in denen ich selbst nicht weiterweiß oder so eingeschränkt bin, dass ich etwas nicht bewältigen kann. Da geht es um tatsächliche Angewiesenheit. Dass jemand bei einer alltäglichen Bitte einmal keine Zeit hat, sagt für mich darüber wenig aus.

Durch meine Krankheit und die vielen Operationen ist mein tragfähiges Netz klein geworden. Fein, würde ich vielleicht sagen. Und zugleich stark. Für mich wurde deutlicher, auf welche Menschen ich mich verlassen kann.

Dabei musste ich auch eine eigene Annahme überprüfen. Ich hatte ein vermeintlich loyales Umfeld zugleich für ein vertrautes Umfeld gehalten. Als wäre die eine Form der Verbundenheit schon die Zusicherung der anderen.

Heute unterscheide ich genauer. Mit jemandem gut zusammenzuarbeiten oder sich gegenseitig zu unterstützen, bedeutet noch nicht, dass dort auch alles Persönliche gut aufgehoben ist. Dinge zu teilen kann gerade dann schwierig werden, wenn man selbst eine große Herausforderung erlebt.

Ich möchte daraus keine nachträgliche Abrechnung machen. Mich beschäftigt mein eigener Schluss, den ich aus einem Verhältnis gezogen hatte. Ich hatte mehr Gleichheit zwischen Loyalität und Vertrautheit angenommen, als ich heute annehmen würde.

Die Hilfe des Pflegers gehörte wiederum in einen anderen Zusammenhang. Er war kein Mensch aus meinem engsten persönlichen Umfeld. Trotzdem war seine Unterstützung in diesem Moment notwendig und wertvoll.

Wenn ich von einem tragfähigen Netz spreche, denke ich deshalb zunächst an die Menschen, die mich in meinem Leben eng begleiten. Die konkrete Erfahrung von Hilfe reicht darüber hinaus. Beides hat in meiner Geschichte seinen Platz.

Wann ist ein Freund ein Freund

Mit dem Wort Freundschaft tue ich mir manchmal schwer. Das beschäftigt mich schon länger. Ich habe auch mit meiner Frau darüber gesprochen: Welche Freunde hat man eigentlich? Und was meint man, wenn man jemanden einen Freund nennt?

In meiner Jugend hatte ich ein großes soziales Umfeld. In der Schule, bei der Feuerwehr, in unterschiedlichen Zusammenhängen waren viele Menschen um mich. Heute ist dieser Kreis wesentlich kleiner.

Wenn ich an ein bestimmtes Bild klassischer Freundschaft denke, würde ich zunächst sagen: Solche Freunde habe ich eigentlich nicht. Ich habe keinen Kreis, mit dem ich mich regelmäßig zu einem festen privaten Anlass treffe. Gleichzeitig ist daraus für mich über die Jahre kein Bedürfnis entstanden, das unbedingt erfüllt werden müsste.

Vielleicht liegt meine Schwierigkeit schon in der Vorstellung, die ich mit dem Wort verbinde. Vielleicht setze ich den Anspruch sehr hoch an. Sicher bin ich mir da nicht.

Muss ich mit einem Freund alles teilen können? Meiner Frau und meinen Kindern gegenüber sind mir tatsächlich keine Geheimnisse bewusst, die sie nicht kennen würden. Aber auch mit anderen Menschen teile ich viele Gedanken und persönliche Geschichten, wenn ich ein Verhältnis als vertraut empfinde.

Das allein beantwortet meine Frage noch nicht. Ich kann eine Verbindung als vertraut erleben, während mein Gegenüber sie vielleicht anders sieht. Ein Gefühl auf meiner Seite sagt noch nicht alles über das aus, was zwischen uns besteht.

Wenn ich das Wort einmal beiseitelasse und auf mein Leben schaue, finde ich viele bereichernde Verbindungen. Menschen aus dem Ehrenamt, aus Lehrgängen und aus der Arbeit. Mit manchen komme ich rasch in ein persönliches Gespräch. Mit anderen entsteht das kaum, obwohl wir viel Zeit im selben Raum verbringen.

Was macht dann den Unterschied? Für mich ist es besonders wertvoll, wenn jemand ebenso offen auf mich zugeht, wie ich auf ihn zugehe. Wir kommen in einen Austausch, der von beiden getragen wird. Wir erzählen von unserem Leben und hören vom Leben des anderen.

Wenn ich diese Verbindungen beschreibe, fühlt sich plötzlich auch das Wort Freundschaft stimmiger an. Vielleicht musste ich also weniger nach fehlenden Freunden suchen als nach einem Verständnis, in dem ich meine vorhandenen Verbindungen wiedererkenne.

Wir erzählen einander Leben

Ich erlebe das immer wieder in Ausbildungen und im Ehrenamt: Man begegnet sich, hat rasch eine gemeinsame Ebene und kommt ins Gespräch. Der Austausch wird persönlich. Man erzählt seine Geschichte und bekommt eine Geschichte zurück.

Da kommen auch Kränkungen zur Sprache. Schwierigkeiten, mit denen jemand lebt. Dinge, die nicht so gelungen sind, wie man sie sich gewünscht hätte. In solchen Gesprächen empfinde ich wenig Bedürfnis, mich besser darzustellen, als ich bin.

Ich spreche offen über meine eigenen Herausforderungen. Das ist für mich schon lange ein Zugang zu anderen Menschen. Er hat nicht erst mit meinen heutigen Veröffentlichungsprojekten begonnen. Die Offenheit war vorher da, ebenso die Resonanz darauf.

Gerade im persönlichen Gespräch spüre ich, wenn etwas zurückkommt. Der andere erzählt selbst. Es entsteht ein Gesprächsfluss. Wir tauschen Informationen aus, aber wir tauschen auch Leben aus.

Solche Verbindungen brauchen für mich keinen ständig erneuerten Nachweis. Manchmal verliert man sich aus den Augen. Jeder hat sein Leben, andere Aufgaben und andere Begegnungen. Das ist für mich in Ordnung.

Und dann trifft man sich wieder. Ich habe oft erlebt, dass sofort wieder ein Zugang da war. Wir mussten die Verbindung vorher nicht benennen oder über die ganze Zwischenzeit hinweg festhalten, damit das möglich wurde.

Wenn ich von Freundschaft spreche, denke ich inzwischen auch an diese Begegnungen. Ihre Bedeutung bemisst sich für mich nicht allein daran, wie oft wir uns privat treffen. Ich erlebe sie mitten im täglichen Leben.

Meine Offenheit kann dabei nur meine Entscheidung sein. Für andere Menschen kann etwas anderes passen. In einem Gespräch kann Nähe auch bedeuten, dass jemand selbst bestimmt, wie viel er erzählen möchte.

Die Frage beschäftigt mich: Wie können wir einander zugewandt sein, wenn der eine viel teilen möchte und der andere manches bei sich behalten will? Dass ich über mein Leben offen spreche, macht diesen Weg nicht zum Maßstab für jemand anderen.

Was bei mir noch offen ist

Beim Nachdenken über diese Verbindungen wurde ich gefragt, woran ich merke, dass auch meine schwierigen Seiten im Gespräch Platz haben. Meine erste Antwort war: Die haben auch bei mir selbst wenig Platz.

Ich versuche, sie einzuordnen, meine Handlungsmöglichkeiten auszuloten und darauf aufzubauen.

Was geschieht mit dem, wofür ich zunächst keine Handlungsmöglichkeit finde? Darauf habe ich noch keine Antwort. Ich möchte sie beim Schreiben auch nicht ergänzen.

Auf der Intensivstation reichten meine eigenen Möglichkeiten nicht aus. Ich konnte Hilfe annehmen und darüber Zufriedenheit empfinden. Bei anderen Herausforderungen suche ich noch danach, was ich selbst tun kann und wo ich jemanden brauche.

Beim Wort Freundschaft hat sich durch das Erzählen etwas geklärt. Ich kann auf die Verbindungen schauen, die ich tatsächlich erlebe. Auf gegenseitige Offenheit, auf persönliche Gespräche und auf Menschen, mit denen ein Austausch entsteht, der mir viel bedeutet.

Das Packl ist damit nicht erklärt oder aufgelöst. Aber die Frage danach ist für mich konkreter geworden: Wen lasse ich wissen, was ich trage? Was möchte ich bei mir behalten? Und kann ich annehmen, dass mir jemand ein Stück weiterhilft?

A5-Leseheft · Porträt aus der bestehenden Homepage · Bildrechte: Bernhard Kuppek

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Gedanken aus dem Dazwischen · Folge 2

Was trägt, wenn es schwierig wird

Gedanken aus dem Dazwischen Folge 2 Was trägt, wenn es schwierig wird Bernhard Kuppek
Seite 1 von 13
Titelcover Humor aus dem Dazwischen – Mit einem Augenzwinkern, mit bunten Clownnasen
Humor aus dem Dazwischen – das Heft lesen

Mit einem Augenzwinkern · 15 A5-Seiten

Coverfoto und Bildrechte: Bernhard Kuppek

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Bernhard Kuppek von hinten am Ufer des Almsees, mit Blick über Wasser und Schilf zu den Bergen.
AlmseeFoto: Lisa M. KuppekBildrechte: Bernhard Kuppek

Mein erster Artikel auf Substack

Ich wollte einmal ein Buch schreiben

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Erfahrungen und offene Fragen

Welche Frage begleitet dich gerade?

Manche Fragen entstehen mitten im Alltag: wenn wir unterschiedlich denken, sich Rollen verändern oder Vertrautes nicht mehr trägt. Vielleicht findest du hier einen Gedanken, der dich beim Weiterdenken begleitet.

Alle Themen und Hintergründe
Sonnenlicht und aufsteigender Nebel über dem Ottensteiner Stausee; Bäume spiegeln sich im ruhigen Wasser.

DenkRaumGespräche

Bildnachweis: Bernhard Kuppek, Ottensteiner Stausee

Manche Gedanken entfalten sich erst, wenn wir miteinander darüber sprechen.

Ein Gedanke aus meinem Buch, dem Podcast oder einem Text kann ein Anfang sein. Vielleicht bringst du auch eine eigene Frage mit. Wir können uns zu zweit bei einem Kaffee begegnen oder mit anderen gemeinsam nachdenken.

Dafür braucht es keine Veranstaltung und keine bestimmte Gruppengröße. Wenn dich das anspricht, schreib mir gerne. Den Rahmen besprechen wir persönlich.

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Bernhard Kuppek, Autor aus Traun in Oberösterreich

Foto: Bernhard Kuppek (Selfie) · Bildrechte: Bernhard Kuppek

Der Autor

Bernhard
Kuppek

„Mich interessiert nicht nur, was Menschen trennt – sondern vor allem, was zwischen ihnen entstehen kann.“

Ich bin Bernhard Kuppek, Autor und Podcaster aus Traun in Oberösterreich. Hier lebe ich mit meiner Familie. In meinem Buch und meinem Podcast teile ich Gedanken über Begegnung, Vertrauen und Entwicklung – und über das, was zwischen Menschen entstehen kann.

Erfahrungen aus Führung, früherer kommunalpolitischer Verantwortung, öffentlicher Verwaltung und Krisenintervention verbinde ich mit persönlichen Lebens- und Veränderungserfahrungen und meiner derzeitigen Ausbildung zum Mediator. Im Mittelpunkt stehen für mich die Zwischenräume – Begegnung, Vertrauen und das, was zwischen Menschen entstehen kann.

Erfahrungen, Begegnungen und Fragen haben meinen Weg geprägt. Auf der Seite „Über mich“ erzähle ich, was heute für mich zusammenwirkt und welche Themen mich begleiten.

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