Wie entsteht Vertrauen? Warum gelingt Zusammenarbeit manchmal beinahe selbstverständlich und gerät an anderer Stelle ins Stocken? Was brauchen Menschen, um sich gehört und ernst genommen zu fühlen? Und was wird möglich, wenn unterschiedliche Sichtweisen nicht sofort als Gegensatz verstanden werden, sondern als Ausgangspunkt für etwas Gemeinsames?
Diese Fragen begleiten mich seit vielen Jahren – in meiner beruflichen Tätigkeit, in politischen und gesellschaftlichen Funktionen, im Ehrenamt, in meinen Ausbildungen und auch in meinem persönlichen Leben.
Ein Weg durch unterschiedliche Lebens- und Arbeitswelten
Geboren wurde ich 1975 in Linz. Aufgewachsen bin ich in Oberösterreich, heute lebe ich mit meiner Familie in Traun. Ich bin verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern.
Meine schulische Ausbildung führte mich zunächst an die Höhere Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft in Bad Vöslau. Beruflich begann mein Weg jedoch in einer anderen Richtung: im Medienbereich, zunächst beim Neuen Volksblatt, später als Projektleiter bei der Pädagogischen Aktion „Welt der Sinne“.
Schon damals ging es um Kommunikation, Wahrnehmung und die Frage, wie Inhalte Menschen erreichen. Später wechselte ich zum Land Oberösterreich und arbeitete in unterschiedlichen Bereichen an der Verbindung von Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem Wirtschaftspolitik, Betriebsansiedlung, Standortentwicklung, Arbeitsmarkt, Tourismus und Raumordnung.
Dabei habe ich früh erlebt, dass gute Lösungen selten nur auf dem Papier entstehen. Sie entstehen dort, wo unterschiedliche Interessen, Verantwortlichkeiten und Sichtweisen miteinander in Beziehung gebracht werden.
Verantwortung übernehmen und Lebensräume gestalten
Von 2003 bis 2017 war ich in verschiedenen politischen Funktionen in meiner Heimatstadt Traun tätig, unter anderem als geschäftsführender Gemeinderat, Vizebürgermeister und Fraktionsobmann. Diese Jahre haben mir einen unmittelbaren Einblick in politische Entscheidungsprozesse gegeben – und in die Möglichkeiten, aber auch die Spannungen, die mit öffentlicher Verantwortung verbunden sind.
Seit 2012 leite ich beim Amt der Oberösterreichischen Landesregierung die Geschäftsstelle für Dorf- und Stadtentwicklung. Gleichzeitig bin ich Geschäftsführer des Landesverbandes der oberösterreichischen Dorf- und Stadtentwicklungsvereine. Einige Jahre war ich außerdem als UNESCO-Welterbekoordinator des Landes Oberösterreich für die Welterberegion Dachstein-Hallstatt tätig.
Seit 2015 darf ich außerdem als Lehrgangsleiter den jährlich stattfindenden Zertifikatslehrgang „Dorf- & Stadtentwicklung in der Praxis“ verantworten und begleiten. Der Lehrgang wird in Kooperation mit der Akademie der Volkskultur in Oberösterreich durchgeführt.
Im Mittelpunkt meiner heutigen beruflichen Arbeit stehen Gemeinden, Vereine und Menschen, die ihre unmittelbaren Lebensräume mitgestalten möchten. Dabei begegnen einander viele unterschiedliche Welten: Bevölkerung und Verwaltung, Politik und Ehrenamt, fachliche Planung und persönliches Erleben.
Genau dieses Dazwischen empfinde ich als besonders spannend. Beteiligung bedeutet für mich nicht nur, Menschen zu informieren oder ihre Meinung abzufragen. Sie bedeutet, Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Erfahrungen gehört, Zusammenhänge verständlicher und gemeinsame Handlungsmöglichkeiten sichtbar werden können.

Wenn das Leben andere Fragen stellt
Mein Weg verlief nicht geradlinig. Berufliche Veränderungen, gesundheitliche Erfahrungen und persönliche Umbrüche haben manche meiner früheren Vorstellungen infrage gestellt. Nicht alles ließ sich planen oder durch Leistung beeinflussen.
Gerade diese Zeiten haben meinen Blick verändert. Lange war für mich wichtig, Verantwortung zu übernehmen, Dinge voranzubringen und Lösungen zu finden. Das ist es bis heute. Zugleich habe ich gelernt, dass nicht jede schwierige Situation sofort eine Antwort braucht. Manchmal beginnt Entwicklung damit, genauer wahrzunehmen, was gerade da ist – bei mir selbst, bei meinem Gegenüber und in der Beziehung zwischen uns.
Aus dem Wunsch, diese Zusammenhänge besser zu verstehen, entstand über viele Jahre ein intensiver Aus- und Weiterbildungsweg. Dazu gehören unter anderem Resilienztraining, psychosoziale Beratung bei Krise und Trauma, Notfallpsychologie und psychologisches Krisenmanagement, Suizidprävention sowie derzeit die Ausbildung zum Mediator.
Diese Ausbildungen haben mir nicht einfach zusätzliche Methoden vermittelt. Sie haben meine Haltung vertieft: Menschen nicht vorschnell zu beurteilen, unterschiedliche Wirklichkeiten auszuhalten und auch in schwierigen Situationen nach dem zu suchen, was wieder handlungsfähig machen kann.
Begleitung in schwierigen Augenblicken
Seit 2019 bin ich ehrenamtlich in der Krisenintervention des Roten Kreuzes im Bezirk Linz-Land tätig. Dort begleite ich Menschen in Situationen, in denen Gewohntes plötzlich nicht mehr trägt.
In solchen Augenblicken geht es selten um große Worte. Es geht um Präsenz, um Würde und darum, einem Menschen zu vermitteln: Du musst diesen Moment nicht ganz allein tragen.
Diese Arbeit hat mich Demut gelehrt. Sie zeigt mir immer wieder, wie verletzlich das Leben sein kann – und zugleich, wie viel Halt durch eine ruhige, aufmerksame und menschliche Begegnung entstehen kann.
Schreiben als persönlicher Denkweg
Viele meiner Erfahrungen und Gedanken sind schließlich in mein Buch „Was zwischen uns entstehen kann“ eingeflossen. Es ist kein Ratgeber und kein Versuch, endgültige Antworten zu geben. Es ist eine Einladung, genauer hinzusehen: auf Begegnung, Vertrauen, Verantwortung, Veränderung und auf das, was uns als Mensch verbindet.
Aus diesem Buch ist später der Podcast „Was danach entsteht – ein Podcast über das Dazwischen“ hervorgegangen. Während das Buch einen geschriebenen Denkraum eröffnet, führt der Podcast diesen Weg im gesprochenen Wort weiter. Persönlicher, unmittelbarer und offen für neue Fragen.
Buch und Podcast sind für mich keine von meinem übrigen Leben getrennten Projekte. Sie sind Ausdruck derselben Haltung, die mich auch in meiner beruflichen Arbeit, im Ehrenamt und auf meinem Weg zur Mediation begleitet.
Was mir wichtig ist
Ich glaube nicht, dass wir in einer komplexen Welt immer einfache Antworten finden können. Aber ich glaube, dass wir lernen können, einander genauer zuzuhören, Unterschiede auszuhalten und Verantwortung für die Räume zu übernehmen, die zwischen uns entstehen.
Mir sind Menschlichkeit, Vertrauen, Würde, Authentizität und Begegnung auf Augenhöhe wichtig. Ich schätze Tiefe mehr als Lautstärke, Dialog mehr als vorschnelle Gewissheit und stimmige Entwicklungen mehr als perfekte Lösungen.
Kraft finde ich in meiner Familie, in der Natur, bei Spaziergängen mit unseren Hunden, beim Motorradfahren, beim Camping und in jenen kleinen Augenblicken, die nicht spektakulär sein müssen, um bedeutsam zu sein.
Vielleicht lässt sich mein Weg am besten so zusammenfassen:Mich interessiert nicht nur, wer wir für uns allein sind. Mich interessiert, was möglich wird, wenn Menschen einander wirklich begegnen.
