Wie entsteht Vertrauen? Warum gelingt Zusammenarbeit manchmal beinahe selbstverständlich und gerät an anderer Stelle ins Stocken? Was brauchen Menschen, um sich gehört und ernst genommen zu fühlen? Und was wird möglich, wenn unterschiedliche Sichtweisen nicht sofort als Gegensatz verstanden werden, sondern als Ausgangspunkt für etwas Gemeinsames?
Diese Fragen begleiten mich seit vielen Jahren – in meiner beruflichen Tätigkeit, in politischen und gesellschaftlichen Funktionen, im Ehrenamt, in meinen Ausbildungen und auch in meinem persönlichen Leben.
Ein Weg durch unterschiedliche Lebens- und Arbeitswelten
Geboren wurde ich 1975 in Linz. Aufgewachsen bin ich in Oberösterreich, heute lebe ich mit meiner Familie in Traun. Ich bin verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern.
Meine schulische Ausbildung führte mich zunächst an die Höhere Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft in Bad Vöslau. Beruflich begann mein Weg jedoch in einer anderen Richtung: im Medienbereich, zunächst beim Neuen Volksblatt, später als Projektleiter bei der Pädagogischen Aktion „Welt der Sinne“.
Schon damals ging es um Kommunikation, Wahrnehmung und die Frage, wie Inhalte Menschen erreichen. Später wechselte ich zum Land Oberösterreich. Zunächst war ich als Berufsschullehrer dem Präsidium des Landesschulrats für Oberösterreich zugeteilt und im Büro des Präsidenten, Hofrat Fritz Enzenhofer, tätig. Danach arbeitete ich als Referent von Wirtschaftslandesrat Kommerzialrat Viktor Sigl an der Verbindung von Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem Wirtschaftspolitik, Betriebsansiedlung, Standortentwicklung, Arbeitsmarkt, Tourismus und Raumordnung.
Dabei habe ich früh erlebt, dass gute Lösungen selten nur auf dem Papier entstehen. Sie entstehen dort, wo unterschiedliche Interessen, Verantwortlichkeiten und Sichtweisen miteinander in Beziehung gebracht werden.
Verantwortung übernehmen und Lebensräume gestalten
Von 2003 bis 2017 war ich in verschiedenen politischen Funktionen in meiner Heimatstadt Traun tätig, unter anderem als geschäftsführender Gemeinderat, Vizebürgermeister und Fraktionsobmann. Was ich aus dieser Zeit mitnehme, ist Erfahrung mit Verantwortung und unterschiedlichen Interessen. Heute steht für mich die Frage im Mittelpunkt, wie Verständigung auch dort möglich bleibt, wo Menschen verschieden denken.
Seit 2012 leite ich beim Amt der Oberösterreichischen Landesregierung die Geschäftsstelle für Dorf- und Stadtentwicklung. Gleichzeitig bin ich Geschäftsführer des Landesverbandes der oberösterreichischen Dorf- und Stadtentwicklungsvereine. Einige Jahre war ich außerdem als UNESCO-Welterbekoordinator des Landes Oberösterreich für die Welterberegion Dachstein-Hallstatt tätig.
Seit 2015 darf ich außerdem als Lehrgangsleiter den jährlich stattfindenden Zertifikatslehrgang „Dorf- & Stadtentwicklung in der Praxis“ verantworten und begleiten. Der Lehrgang wird in Kooperation mit der Akademie der Volkskultur in Oberösterreich durchgeführt.
Im Mittelpunkt meiner heutigen beruflichen Arbeit stehen Gemeinden, Vereine und Menschen, die ihre unmittelbaren Lebensräume mitgestalten möchten. Dabei begegnen einander viele unterschiedliche Welten: Bevölkerung und Verwaltung, Politik und Ehrenamt, fachliche Planung und persönliches Erleben.
Genau dieses Dazwischen empfinde ich als besonders spannend. Beteiligung bedeutet für mich nicht nur, Menschen zu informieren oder ihre Meinung abzufragen. Sie bedeutet, Räume zu schaffen, in denen unterschiedliche Erfahrungen gehört, Zusammenhänge verständlicher und gemeinsame Handlungsmöglichkeiten sichtbar werden können.
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Wenn das Leben andere Fragen stellt
Mein Weg verlief nicht geradlinig. Berufliche Veränderungen, gesundheitliche Erfahrungen und persönliche Umbrüche haben manche meiner früheren Vorstellungen infrage gestellt. Nicht alles ließ sich planen oder durch Leistung beeinflussen.
Gerade diese Zeiten haben meinen Blick verändert. Lange war für mich wichtig, Verantwortung zu übernehmen, Dinge voranzubringen und Lösungen zu finden. Das ist es bis heute. Zugleich habe ich gelernt, dass nicht jede schwierige Situation sofort eine Antwort braucht. Manchmal beginnt Entwicklung damit, genauer wahrzunehmen, was gerade da ist – bei mir selbst, bei meinem Gegenüber und in der Beziehung zwischen uns.
Zu meinem Weg gehört auch meine Familie. Mit meiner Frau Isabella und unseren Kindern Benjamin Moses und Lisa Maria teile ich nicht nur die schönen, sondern auch die schwierigen Zeiten des Lebens. In manchen Phasen habe ich besonders gespürt, wie viel es bedeutet, miteinander reden zu können, Rückhalt zu finden und einander Raum zu lassen. Nicht jede Veränderung lässt sich gemeinsam lösen. Aber Beziehungen können tragen, während jeder seinen eigenen Weg darin finden muss.
Aus dem Wunsch, diese Zusammenhänge besser zu verstehen, entstand über viele Jahre ein intensiver Aus- und Weiterbildungsweg. Dazu gehören unter anderem Resilienztraining, psychosoziale Beratung bei Krise und Trauma, Notfallpsychologie und psychologisches Krisenmanagement, Suizidprävention sowie derzeit die Ausbildung zum Mediator.
Diese Ausbildungen haben mir nicht einfach zusätzliche Methoden vermittelt. Sie haben meine Haltung vertieft: Menschen nicht vorschnell zu beurteilen, unterschiedliche Wirklichkeiten auszuhalten und auch in schwierigen Situationen nach dem zu suchen, was wieder handlungsfähig machen kann.

Begleitung in schwierigen Augenblicken
Seit 2019 bin ich ehrenamtlich in der Krisenintervention des Roten Kreuzes im Bezirk Linz-Land tätig. Dort begleite ich Menschen in Situationen, in denen Gewohntes plötzlich nicht mehr trägt.
In solchen Augenblicken geht es selten um große Worte. Es geht um Präsenz, um Würde und darum, einem Menschen zu vermitteln: Du musst diesen Moment nicht ganz allein tragen.
Diese Arbeit hat mich Demut gelehrt. Sie zeigt mir immer wieder, wie verletzlich das Leben sein kann – und zugleich, wie viel Halt durch eine ruhige, aufmerksame und menschliche Begegnung entstehen kann.

Ein persönlicher Rückblick
Ein feiner Weg zu mehr Klarheit
Ausbildungsordner, mein Buch, ein Mikrofon und bunte Nasen: Ein persönlicher Rückblick auf einen Weg, auf dem sich vieles verbunden hat und mir klarer geworden ist.

Mein Weg heute · Zukunft am Weg
Was durch mich zusammenwirkt
Mein Weg · meine Haltung · meine Ausdrucksformen
Was aus Erfahrungen, Begegnungen und unterschiedlichen Lebensbereichen gewachsen ist. Ein persönlicher Blick auf das, was mich heute trägt und wie ich wirken möchte.
Was die Zukunft bringt, darf noch am Weg sein.
Schreiben als persönlicher Denkweg
Viele meiner Erfahrungen und Gedanken sind schließlich in mein Buch „Was zwischen uns entstehen kann“ eingeflossen. Es ist kein Ratgeber und kein Versuch, endgültige Antworten zu geben. Es ist eine Einladung, genauer hinzusehen: auf Begegnung, Vertrauen, Verantwortung, Veränderung und auf das, was uns als Mensch verbindet.
Krankheit verändert nicht nur den Körper. Sie verändert Beziehungen, Prioritäten, Rollen und manchmal sogar den ganzen Lebensweg.
Aus „Was zwischen uns entstehen kann“
Aus diesem Buch ist später der Podcast „Was danach entsteht – ein Podcast über das Dazwischen“ hervorgegangen. Während das Buch einen geschriebenen Denkraum eröffnet, führt der Podcast diesen Weg im gesprochenen Wort weiter. Persönlicher, unmittelbarer und offen für neue Fragen.
Aus den Fragen, die mich dabei weiter begleiten, wächst ein neues, eigenständiges Buchprojekt: „Was zwischen uns möglich bleibt“. Ich beschäftige mich darin mit der Frage, wie wir auch unter Unterschieden, Brüchen und Veränderungen verbunden und handlungsfähig bleiben können. Das Buch ist in Arbeit und für 2027 geplant.
Das Schreiben und der Podcast sind für mich keine von meinem übrigen Leben getrennten Projekte. Sie sind Ausdruck derselben Haltung, die mich auch in meiner beruflichen Arbeit, im Ehrenamt und auf meinem Weg zur Mediation begleitet.
Ein persönlicher Rückblick auf das, was sich auf diesem Weg verbunden hat: Ein feiner Weg zu mehr Klarheit.
Was heute zusammenwirkt und für die Zukunft offenbleiben darf: Mein Weg · meine Haltung · meine Ausdrucksformen.
Gedanken aus dem Buch möchte ich auch in Denkraumgesprächen mit anderen Menschen weiterbewegen. Meine Fragen zu Begegnung, Vertrauen und Entwicklung verbinden diese persönlichen Denkräume.
Persönlich
Ein persönliches Danke
In den vergangenen Wochen haben mich viele Rückmeldungen zu meinem Buch und zum Podcast erreicht. Dafür möchte ich Danke sagen – allen, die lesen, zuhören, Gedanken weitertragen und diesen offenen Denkraum mit Leben füllen.
Mein besonderer Dank gilt meiner Frau Isabella, unseren Kindern Lisa und Benjamin sowie unserer Schwiegertochter Agnes. Vieles von dem, was zwischen Menschen entstehen kann, durfte ich zuerst mit euch erleben. Ihr habt mich erfahren lassen, wie Vertrauen wachsen kann, wie Entwicklung möglich wird und wie wichtig es ist, einander auch in Zeiten der Veränderung Raum und Rückhalt zu geben.
Was zwischen uns entsteht, zeigt sich oft in kleinen Resonanzen – im Zuhören, im Dasein und in der Bereitschaft, einander auf dem eigenen Weg zu begleiten.
Was mir wichtig ist
Ich glaube nicht, dass wir in einer komplexen Welt immer einfache Antworten finden können. Aber ich glaube, dass wir lernen können, einander genauer zuzuhören, Unterschiede auszuhalten und Verantwortung für die Räume zu übernehmen, die zwischen uns entstehen.
Mir sind Menschlichkeit, Vertrauen, Würde, Authentizität und Begegnung auf Augenhöhe wichtig. Ich schätze Tiefe mehr als Lautstärke, Dialog mehr als vorschnelle Gewissheit und stimmige Entwicklungen mehr als perfekte Lösungen.
Ich möchte mich auf Menschen einlassen und zugleich bei mir bleiben. Dabei lerne ich, meinen Wert auch jenseits meiner Aufgaben wahrzunehmen. Verbundenheit zeigt sich für mich ebenso im gemeinsamen Dasein, ohne etwas leisten oder lösen zu müssen.
Kraft finde ich in meiner Familie, in der Natur, bei Spaziergängen mit unseren Hunden, beim Motorradfahren, beim Camping und in jenen kleinen Augenblicken, die nicht spektakulär sein müssen, um bedeutsam zu sein.
Isabella
Zu meinem Leben gehört Isabella. Seit 30 Jahren ist sie meine Gefährtin und meine engste Vertraute. Ihr möchte ich hier einen eigenen Platz und einen persönlichen Dank geben.
Meine Kinder
Lisa und Benjamin gehen ihre eigenen Wege. Sie dabei begleiten zu dürfen und miteinander verbunden zu bleiben, bedeutet mir viel. Hier möchte ich ihnen und unserem gemeinsamen Familienleben einen persönlichen Platz geben.
Nicht irgendwann. Jetzt.
Ein persönliches Lebensmotto
Ich freue mich auf das, was noch kommt. Gleichzeitig möchte ich dem, was mir heute guttut, schon jetzt Platz geben.
Meine gesundheitlichen Erfahrungen haben meinen Blick darauf verändert. Nicht alles geht jederzeit. Mein Körper setzt Grenzen, und auch mein Tempo darf dazu passen. Innerhalb dieser Möglichkeiten möchte ich bewusst leben: gemeinsame Zeit mit Isabella genießen, unterwegs sein, lesen und schreiben – oder einfach einmal dasitzen.
Das Leben darf stattfinden, während noch vieles offen und manches unfertig ist.
Was mich bewegt
Begegnung
Einander sehen und zuhören.
Begegnung entdeckenVertrauen
Rückhalt finden und Raum geben.
Vertrauen entdeckenEntwicklung
Veränderung zulassen und weitergehen.
Entwicklung entdecken

Vielleicht lässt sich mein Weg am besten so zusammenfassen:Mich interessiert nicht nur, wer wir für uns allein sind. Mich interessiert, was möglich wird, wenn Menschen einander wirklich begegnen.

