Das entstehende Buch kennenlernen · geplant für 2027
Manchmal verändert sich das Leben, ohne dass wir darauf vorbereitet sind. Vertraute Rollen tragen nicht mehr wie früher. Beziehungen verändern sich. Menschen sehen dieselbe Situation unterschiedlich. Und die Frage entsteht: Was bleibt unter diesen Bedingungen möglich?
Diese Frage begleitet mein neues Buchprojekt. Ich schreibe darüber, wie wir einander begegnen können, wenn Unterschiede bestehen bleiben, wie wir Grenzen setzen und zugleich Würde bewahren – und wie wir Verantwortung übernehmen können, ohne uns selbst dabei zu verlieren.
Was mich dabei beschäftigt, kommt aus meinem eigenen Denkweg und aus Begegnungen in Familie, Beruf, Krisenintervention und meiner Mediationsausbildung. Mich interessiert, wie viel Mensch in einer Rolle sichtbar bleibt und welche Räume wir füreinander öffnen können. Auch dort, wo wir keine gemeinsame Meinung finden, kann ein nächster Schritt möglich werden.

Foto: Bernhard Kuppek (Selfie) · Bildrechte: Bernhard Kuppek
Als mein Platz ein anderer wurde
Als ich im Frühjahr 2018 nach einem längeren Krankenstand und der Rehabilitation in meine Arbeit zurückkehrte, hatten sich Strukturen und meine hierarchische Einordnung verändert. Das berührte mich weit über die organisatorischen Fragen hinaus. Ich musste neu herausfinden, woran ich meinen eigenen Wert und meine Wirksamkeit festmachte.
Meine Freude an der Arbeit war geblieben. Auch meine Erfahrung und die Beziehungen zu meinem Team waren nicht verschwunden. Langsam gelang es mir, meine Aufmerksamkeit wieder auf das zu richten, was ich gestalten konnte: Orientierung geben, verlässlich bleiben und gemeinsam weiterarbeiten. Die äußere Veränderung blieb spürbar. Aber sie bestimmte nicht alles, was durch mich und zwischen uns möglich war.

Verbundenheit darf sich verändern
Eine Beziehung kann Bedeutung behalten, auch wenn sie sich verändert oder endet. Das gemeinsam Erlebte muss dadurch nicht wertlos werden. Zugleich darf die Gegenwart eine andere sein, als wir sie uns einmal vorgestellt haben. Mich beschäftigt, wie wir Vergangenes würdigen und Veränderungen anerkennen können, ohne uns gegenseitig auf frühere Rollen und Erwartungen festzulegen. Auch im Loslassen kann ein respektvoller Umgang miteinander möglich bleiben.

Foto: Bernhard Kuppek (Selfie) · Bildrechte: Bernhard Kuppek
Als ich mich anderen anvertrauen musste
Nach meiner großen Wirbelsäulenoperation kam ich auf der Intensivstation langsam wieder zu mir. Menschen kümmerten sich um mich, während ich selbst noch kaum erfassen konnte, was gerade geschah. Später erfuhr ich, dass meine Atmung nach der langen Operation nicht stabil gewesen war. In diesem Moment war ich auf die Aufmerksamkeit und das Können anderer angewiesen.
Einige Tage später hatte sich mein Blick auf das Leben verändert. Ich wollte aufstehen und ein paar Schritte gehen können. Was sonst selbstverständlich war, wurde zu einem wichtigen nächsten Schritt. Meine Rollen und Funktionen halfen mir dabei wenig. Halt entstand durch Menschen, durch Zuwendung und durch kleine Fortschritte. Diese Erfahrung begleitet mich bis heute: Auch wenn ich vieles nicht selbst bestimmen kann, bleiben Vertrauen und Begegnung möglich.

Ein Raum zum Weiterdenken
Mit dieser Seite möchte ich den entstehenden Denkraum schon jetzt öffnen. Für Fragen, die mich beim Schreiben begleiten – und vielleicht auch dich:
- Wie kann ich einem Menschen begegnen, dessen Wirklichkeit ich nicht teile?
- Was gibt mir Halt, wenn äußere Sicherheiten sich verändern?
- Was darf sich verändern, ohne dass das Gewesene seine Bedeutung verliert?
- Welchen Raum kann ich gestalten, auch wenn ich nicht alles bestimmen kann?
Die Bilder vom Neusiedler See und vom Herrensee in Litschau begleiten diesen Raum. Wasser, Licht und Horizont lassen Platz für den eigenen Blick. Auch die Gedanken hier dürfen sich entwickeln. Sie gehören zu einem Buch, das noch in Arbeit ist.

„Was zwischen uns möglich bleibt“ ist für 2027 geplant. Bis dahin teile ich hier ausgewählte Einblicke in den entstehenden Denkweg.

