Meine Kinder – eigene Wege, tiefe Verbundenheit

Wenn ich auf meine Kinder schaue, sehe ich Menschen, die längst ihren eigenen Blick auf das Leben haben. Lisa und Benjamin treffen ihre Entscheidungen, entwickeln ihre Vorstellungen und gehen Wege, die ihnen gehören. Das mitzuerleben, erfüllt mich mit Dankbarkeit.
Als Vater verändert sich die eigene Aufgabe mit den Jahren. Anfangs braucht es viel Begleitung im Alltag. Später wird wichtiger, Vertrauen zu haben, zuzuhören und auch einmal eine Frage stehen zu lassen. Ich lerne dabei selbst weiter: wie viel Nähe möglich bleibt, wenn man dem anderen Raum gibt.

Foto: Isabella · Bildrechte: Bernhard Kuppek
Lisa und Benjamin, ich freue mich darüber, wie ihr euer Leben gestaltet. Über das, was euch wichtig wird, über eure Gedanken und darüber, dass ihr euren eigenen Weg sucht. Ihr dürft Dinge anders sehen als ich. Ihr dürft Entscheidungen treffen, die ich erst verstehen lernen muss. Meine Verbundenheit mit euch braucht keine Übereinstimmung in allem.

Foto: Isabella · Bildrechte: Bernhard Kuppek
Zu diesem Familienleben gehören auch die Menschen, mit denen ihr euren Weg teilt. Agnes, ich bin dankbar, dass du als Benjamins Lebensgefährtin Teil unserer Familie bist. Mit jedem Menschen, der dazukommt, entstehen neue Beziehungen und andere Blickwinkel. Auch darin wächst Familie weiter.
Wenn ich hier über Begegnung, Vertrauen und Entwicklung schreibe, denke ich dabei auch an euch. In der Familie zeigt sich vieles ganz unmittelbar: ob wir zuhören, Unterschiede aushalten und einander zutrauen, selbst Entscheidungen zu treffen. Auch ich habe dabei dazugelernt und werde weiter dazulernen.
Danke, dass ich euer Vater sein darf. Danke für das, was ich durch euch über das Leben und über mich selbst lerne. Ich wünsche euch, dass ihr euren Weg mit Zuversicht gehen könnt, mit Menschen an eurer Seite, die euch guttun, und mit dem Vertrauen, immer wieder neu beginnen zu dürfen.
Und ich wünsche mir, dass ihr spürt: Bei uns habt ihr einen Platz. Mit dem Leben, das ihr für euch wählt.
